Hannes Knett, WIFI-Bildungsexperte reflektiert die Erwachsenenbildung

Im Nachrichtenkanal von erwachsenenbildung.at vom 29.6.2011 kann man ein Interview mit Hannes Knett lesen und sehen, wie das WIFI die Erwachsenenbildung sieht: http://erwachsenenbildung.at/aktuell/nachrichten_details.php?nid=4688

  • Ersichtlich darin ist, dass die Erwachsenenbildung derzeit oft mehr als “Berufsfeld” und weniger “Beruf” gesehen wird (Privatunterrichtsgesetz).
  • Der Beitrag und die Innovativität der wba liegen laut Knett darin, dass die wba es schafft, alle in unterschiedlichsten Bereichen tätigen Erwachsenenbildner mit einem Curriculum und einem zweistufigen Abschluss zu erreichen!

7 Kommentare zu “Hannes Knett, WIFI-Bildungsexperte reflektiert die Erwachsenenbildung”

  1. Günther Dichatschek sagt:

    Als Abschluss unserer ferialen Diskussion habe ich diese Frage gestellt.

    Es gibt eine begriffliche Vielfalt, die in der Fachliteratur insofern etwas differenziert wird, als Erwachsenenbildung sich auf Personen bezieht, die durch ein biographisches Kriterium näher bestimmt werden(“erwachsen”), während Weiterbildung den Bildungsweg als Kriterium aufweist.

    Wesentlich ist, ob ausschließlich “berufliche Weiterbildung” gemeint ist und in welchem Umfang zwischen formalem, non-formalem und informellem Lernen unterschieden wird.

    Eine eindeutige Klärung gibt es – mit Stand 2010 – in der EU nicht. Für mich gibt es einen Unterschied. Wie es in der Begrifflichkeit “Aus-, Fort- und Weiterbildung” einen Unterschied gibt, so gibt es den Ausbildner, Fortbildner und Weiterbildner.

    Angenehme Ferien und gute Erholung!
    Günther Dichatschek
    http://www.netzwerkgegengewalt.org/wiki.cgi?Erwachsenenbildung

  2. Petra Steiner sagt:

    Hallo!

    Prima Frage! Sind wir nun Erwachsenenbildner/innen oder Weiterbildner/innen? Ich plädiere dafür, beides synonym zu verwenden (so wird´s auch in der rezenten deutschsprachigen Forschung gemacht). Beides meint die Bildungsarbeit mit Menschen nach einer ersten Grund- und Berufsausbildung. Grund für die beiden Begriffe: Es hat sich meines Wissens eingebürgert zum beruflichen Teil der Erwachsenenbildung, u.v.a. zum betrieblichen Teil “Weiterbildung”/ “Weiterbildner/innen” zu sagen. Die Rede von der “Erwachsenenbildung” geht eher auf die Entwicklung in verbandsnahen Einrichtungen zurück. Auf adulteducation.at findet man einen Überblick über letztere: http://www.adulteducation.at/de/historiografie/institutionen/.

    Von der pädagogisch / andragogischen Sicht her ist Erwachsenenbildung und Weiterbildung meines Wissens dasselbe.

    Lieben Gruß!
    Petra Steiner

  3. Günther Dichatschek sagt:

    Vielen Dank für die Rückmeldung!

    Mich amüsiert, wie Petra Steiner hartnäckig beim Berufsfeld “Erwachsenenbildner/in” bleibt.

    Im angesprochenen ULG geht es aber auch um die “Weiterbildner/innen”. Im welches Berufsfeld gehören sie?

  4. Petra Steiner sagt:

    Guten Morgen Herr Dichatschek!

    Aller Voraussicht nach startet 2013 wieder ein Durchgang des Universitätslehrgangs Erwachsenenbildung/Weiterbildung. Die nächste Möglichkeit für viele. Wir hoffen auf rege Teilnahme und freuen uns sehr über diese nächste Professionalisierungsstufe nach dem wba-Diplom, die ganz speziell für das Berufsfeld Erwachsennbildner/in geschaffen ist!

    Lieben Gruß aus der wba

    Petra Steiner

  5. Günther Dichatschek sagt:

    Vielen Dank für den Hinweis auf die standespolitischen Bemühungen!

    Berufskundlich erweitert sich – mit allen Aspekten einer Aus-, Fort- und Weiterbildung – das Berufsfeld “Pädagogische Berufe” mit dem/den Beruf/-en einer Erwachsenbildung.

    Ich denke, für einige zertifizierte bzw. diplomierte Erwachsenenbildner/innen war die Absage einer Teilnahme am Universitätslehrgang Erwachsenenbildung/Weiterbildung eine Enttäuschung. Damit ging für den einzelnen die Möglichkeit einer Weiterbildung verloren.

  6. Petra Steiner sagt:

    Lieber Herr Dichatschek,

    da muss ich Ihnen in vielem Recht geben! Die wba arbeitet insofern an der Durchsetzung der Anerkennung der wba-Abschlüsse, indem sie die Anerkennungsarbeit so gut wie möglich macht (aber auch Öffentlichkeitsarbeit und Ähnliches….). Die Annahme ist, dass Qualität sich durchsetzen wird :) Wie Arbeitgeber und Auftraggeber generell agieren und auf “Erwachsenenbildner/innen” reagieren, ist eine andere Sache und sicher täglich in Weiterentwicklung!

    Es tut sich viel in Österreich, die wba ist mit ihrer Reichweite international schon ein Positivbeispiel für eine Vereinheitlichung des Berufsbildes Erwachsenenbildner/in! Es tut sich aber auch etwas im Bereich “Berufsstand” (sh. BABE-Kollektivvertrag und gewerkschaftliche Initiativen wie work@flex und work@education.)

    Mit der “Beruflichkeit” ist es so eine Sache, natürlich ist INHALTLICH GESEHEN Erwachsenenpädagogik ein Berufsfeld. Für einen Beruf mit Titel “Erwachsenenbildner/in” fehlen jedoch meines Wissens ein paar Bestimmungsstücke: Vollzeitberufstätigkeit, bzw. Anstellungsverhältnis (das Gros der Erwachsenenbildner/innen arbeitet nebenberuflich), eine eigene Berufsstandsvertretung für ERWACHSENENBILDNER/iNNEN, eine geregelte einheiltliche Berufsausbildung.

    Wir bleiben dran und schreiben Sie uns doch wieder!

    Liebe Grüße!
    Petra Steiner

  7. Günther Dichatschek sagt:

    Es überrascht nicht, wenn man um die verschiedenen Arten, Formen und Verhältnisse von Tätigkeiten und Beschäftigungen von Erwachsenenbildung(EB) als Beruf weiß. Entsprechend gibt es eine Vielzahl von “Berufsbezeichnungen”(Dozent/in, Trainer/in, Kursleiter/in, Andragogen/in, Erwachsenenpädagogen/in, …).

    Im Gegensatz zur Schule vollzieht sich EB freiwillig. Daher sind Lerninhalte und Lernziele weniger vorgegeben, vielmehr immer wieder aufs neue zu ermitteln und ggf. neu zu bestimmen. Dazu kommt die ständige Weiterentwicklung von Lernarrangements mit einem spezialisierten Personal. Weiterbildungsmanagement, Programmplanung/-organisation und Lehre ergeben ebenso ein vielfältiges Berufsbild.

    Für mich bedeutet daher das vielfältige Berufsbild eine Bereicherung, zusammengefasst in der Bezeichnung “Erwachsenenbildner/in” – in Klammer mit der Spezialisierung – und sollte ausgewiesen sein mit dem jeweiligen Ausbildungsgrad.

    Erforderlich erscheint daher eine EU-konforme Aus-, Fort- und Weiterbildung. Keinesfalls ist die derzeitige verschiedenartige Bezeichnung, Anerkennung/Nicht- und/oder Anmaßung von Kompetenzen förderlich für ein notwendige Berufsbild.

    “Erwachsenenbildner/in”/EBin) sehe ich nicht als Berufsfeld an, für mich ist der/die EBin ein pädagogischer Beruf – mit eigener Professionalität und interdisziplinärerer Ausbildung – und daher im Berufsfeld “Pädagogische Berufe” angesiedelt.

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