Archive for the ‘Petra Steiner’ Category

Über den Tellerrand: Ein Studienbesuch in der Schweiz zu Validierung

Mittwoch, Mai 28th, 2014

Über den Tellerrand – Schweiz Foto_Teller Schweiz

Von 5. bis 9. Mai 2014 nahm die pädagogische Mitarbeiterin der wba, Gudrun Breyer, an einem Study Visit in Bern / Schweiz teil.

Thema: Validierung und Anerkennung von Kompetenzen in- und außerhalb der Strukturen des Bildungssystems

 

14 Teilnehmer/innen aus 11 europäischen Ländern aus unterschiedlichsten Bildungssektoren (vom universitären über den schulischen Bereich, der Aus- und Weiterbildung von Jugendlichen bis hin zur innerbetrieblichen Bildung, regionalen sowie internationalen Vernetzungsakteuren und der Erwachsenenbildung) tauschten sich fachlich aus.

Foto Study Visit Schweiz_Teilnehmende

Foto: 14 Teilnehmer/innen des Workshops in Bern und Koordinatorin Frau Notter (ganz rechts); Fotocredits: Stiftung für eidgenössische Zusammenarbeit

 

Diente der erste Tag dazu, die Arbeitsbereiche der anderen Teilnehmer/innen und damit die verschiedenen europäischen Bildungssysteme kennenzulernen, so folgten die restliche Woche Präsentationen von Validierungsexpert/innen und Besuche in Betrieben und Institutionen, die sich mit Validierung auseinandersetzen. Augenöffnend war beides, die europäische Dimension der Gruppe und die angeregten Diskussionen über Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Bildungssysteme und Arbeitsfelder. Stärken und Optimierungsfelder im eigenen Arbeitsumfeld erhielten mit einem Mal eine andere Gewichtung. Spannend war auch die Feststellung, dass man mit manchen Herausforderungen wie etwa der Hinwendung zu Kompetenzorientierung, zum lernergebnisorientierten Beschreiben von Lerninhalten, zu einer Installation eines Nationalen Qualifikationsrahmens, nicht alleine da stand, sondern dass sich auch andere europäische Länder damit gerade intensiv befassten.

Die von der Stiftung für eidgenössische Zusammenarbeit (die den Studienbesuch organisierte)  ausgewählten Expert/innen und Institutionen bildeten ein buntes Kaleidoskop der vielfältigen Validierungsmöglichkeiten und belegten, wie umfassend Validierung in der Schweiz betrieben wird bzw. in welchen Kontexten man/frau sich damit auseinandersetzt.

Beispiel Schweiz

Was die Schweiz im Bereich der Validierung so auszeichnet, ist die Tatsache, dass bereits 1978 im Bundesgesetz über die Berufsbildung im Artikel 41 (http://www.bbprojekte.ch/files/bb09/kap5/aBBG.de.pdf) die Möglichkeit einer Validierung von Bildungsleistungen (damals für die Zulassung zur Lehrabschlussprüfung) festgeschrieben wurde. Dieses Recht auf Gleichwertigkeitsbeurteilung (auch Validierung von Bildungsleistungen bzw. Validation des acquis de l’expérience  – VAE) regelt auf Bundesebene die aktuelle Fassung der Berufsbildungsverordnung (BBV)  in den Artikeln 30 bis 32. Festgelegt werden hier die Anforderungen an Qualifikationsverfahren, andere zulässige Qualifikationsverfahren sowie die besonderen Zulassungsvoraussetzungen (wie etwa eine fünfjährige Berufspraxis). Dabei erlaubt das Gesetz Erwachsenen, die über Kompetenzen verfügen, die für einen Berufstitel vorausgesetzt werden, diese „durch eine Gesamtprüfung, eine Verbindung von Teilprüfungen oder durch andere vom Bund anerkannte Qualifikationsverfahren“ nachzuweisen, sich berufliche oder anderweitig erworbene  Praxiserfahrungen anrechnen zu lassen und damit einen anerkannten Schweizer Abschluss zu erlangen.  Die Umsetzung obliegt dabei den Kantonen und wird dementsprechend unterschiedlich aufgegriffen.
Wie ein solches Validierungsverfahren dann im Detail aussieht, wurde anhand des Ablaufs am biz Oerlikon, der Universität Genf, am Eidgenössischen Hochschulinstitut für Berufsbildung in Lausanne und am Berufsberatungszentrum in Genf vorgeführt.

Als Richtlinie gilt dabei der Leitfaden für die berufliche Grundbildung – Validierung von Bildungsleistungen, in dem das Validierungsverfahren und die Validierungsinstrumente beschrieben werden (http://www.sbfi.admin.ch/berufsbildung/01505/index.html?lang=de) .

Das Validierungsverfahren gliedert sich dabei in folgende Phasen:

Phase 1: Information und Beratung

Phase 2: Bilanzierung (Erstellung eines Dossiers)

Phase 3: Beurteilung (das Dossiers)

Phase 4: Validierung (und Feststellung von etwaigen Ergänzungen durch Weiterbildungen etc.)

Phase 5: Zertifizierung

Vergleich mit und Anregungen für das wba-Verfahren

Im Grunde genommen ähnelt dieses Verfahren sehr stark dem der wba. Unterschiede finden sich aber in Details. So teilen sich die wba-Expert/innen des Akkreditierungsrats und die Zertifizierungswerkstattleiter/innen z.B. jene Rolle, die beim Schweizerischen Verfahren die Assessor/innen alleine ausfüllen. Die Assessor/innen interagieren direkt mit den Teilnehmer/innen während im Fall der wba zwischen Kandidat/innen und Akkreditierungsrat die wba-Berater/innen zwischengeschaltet sind.

Am Eidgenössischen Hochschulinstitut für Berufsbildung (EHB) werden die Assessor/innen ebenso stark wie die Betreuer/innen („Berater/innen“) in die Qualitätssicherung und Weiterentwicklung des Validierungsverfahrens involviert. Eine Doktorarbeit setzte sich dabei mit der spannenden Fragestellung auseinander, ob differenzierte Validierungskriterien dazu angetan sind, die Objektivität der Assessor/innen und die Transparenz des Verfahrens zu erhöhen. Das Ergebnis war insofern interessant, als es zeigte, dass Kriterien alleine zwar unabdinglich sind, aber nur dann zu einem Mehr an Objektivität führen, wenn sich die Assessor/innen über mögliche Einflussfaktoren bei ihrer Entscheidungsfindung im Klaren sind und ihre Entscheidungen im Team diskutieren und reflektieren.

Am EHB werden Validierungsexpert/innen eigens ausgebildet. Ein wesentlicher Schritt in der Professionalisierung von Personen, die im Validierungsbereich agieren, der in den meisten europäischen Ländern erst zu tun ist.

Bestätigt wurde vielfach während dieser Woche, was bereits 2009 Patrick Werquin in einem OECD Artikel betonte (www.oecd.org/dataoecd/22/12/44600408.pdf): dass die persönliche und permanente Anleitung und Begleitung der Validierungskandidat/innen durch den Validierungsprozess zentral für ein erfolgreiches und qualitätsvolles Gelingen ist.

Bedeutung – Chancen – Hindernisse

Federführend wie die Schweiz beim Thema  Validierung ist, so sieht auch sie sich einigen Hürden gegenüber, insbesondere  dem Fakt, dass es in der Schweiz zwar eine Rechtsgebung auf Bundesebene hinsichtlich Validierung, aber keine zentrale Koordinationsstelle gibt. Nicht nur die 26 Kantone, die auf die verschiedenen Nachfragen mit einem jeweils eigenen Angebot reagieren, insbesondere die Teilung der Schweiz in vier Sprachgruppen und damit vier verschiedenen Kulturen und Zugänge zu Bildung erschweren den Validierungsprozess. In der französischsprachigen Schweiz steht man der Anerkennung von Lernleistungen durchwegs offener gegenüber als etwa in der deutschsprachigen Schweiz.

Gezeigt hat sich, dass Validierungsverfahren Einzelnen Möglichkeiten eröffnen, die ihnen andernfalls (aufgrund mangelnder zeitlicher oder finanzieller Ressourcen) verwehrt blieben, dass aber die Mehrheit dennoch traditionelle formale Bildungswege beschreitet.

Mit einem Stapel Unterlagen in Deutsch, Englisch und Französisch, Erfahrungen und Eindrücken der unterschiedlichen Validierungsfachleute und ihren Institutionen und einem kurzen Einblick in 11 europäische Bildungssysteme stellte dieser Study Visit nicht nur eine hohe fachliche Bereicherung für die Teilnehmer/innen dar. In 14 Köpfen ist Europa diese Woche ein Stück weit überschaubarer und greifbarer geworden.

Gudrun Breyer

 

 

 

 

Eintägiges Seminar: 0,5 ECTS (wba) „Grundlagen der Pädagogik“ für das wba-Zertifikat

Dienstag, April 1st, 2014

Dieses Seminar ist eine Möglichkeit, um fehlende 0,5 ECTS (wba) aus Bildungstheoretischer Kompetenz im wba-Zertifikat zu erlangen – im Bereich „Grundlagen der Pädagogik“.

Damit können v.a. Personen, die das 2-tägige Seminar besucht haben und die kein Learning Log / Paper schreiben möchten, die fehlenden ECTS (wba) für diesen Kompetenzbereich im Zertifikat ergänzen.

Pädagogik und Andragogik – Grundlagen / Wien
13.06.2014
SEMtool OG
» Details (0,5 ECTS (wba))

SERIE wba-Kandidat/innen im INTERVIEW, heute Margit Gusenbauer, Beraterin und Coach in Oberösterreich – Erwachsenenbildnerin mit Hörbeeinträchtigung

Mittwoch, Februar 12th, 2014

MARGIT GUSENBAUER1 Margit Gusenbauer  / Foto: privat  

Frau Gusenbauer, Sie arbeiten in der Beratung und im Coaching auch mit und für Menschen mit Behinderung. Was motivierte Sie persönlich dazu, in der Erwachsenenbildung tätig zu werden? 

Meine persönliche Vision und Motivation ist es, Bildungseinrichtungen und ihren BesucherInnen das notwendige Know-how zu vermitteln, so dass Menschen, die mit  Höreinschränkungen leben, bestmöglich am Bildungsangebot  teilnehmen können. Denn die Gruppe der „schwerhörigen“ Menschen, also alle, bei denen sich das Hörvermögen im Laufe des Lebens verschlechtert, wird immer größer (statistisch gesehen ist jede/r fünfte betroffen!). Die Freude an der Arbeit mit Menschen, die Möglichkeit hilfreich und unterstützend tätig zu sein und so manche Brücken zu bauen, ist meine Motivation in der Erwachsenenbildung tätig zu sein.

 

Sie haben für Ihren Weg in die Erwachsenenbildung die wba (Weiterbildungsakademie Österreich) gewählt. Wie waren Ihre Erfahrungen beim Absolvieren der wba? 

Ausgesprochen gut! Meine wba-Betreuerin, die mir offenherzig begegnete und mich stets rasch und unkompliziert mit hilfreichen Infos unterstützte, war sehr kompetent und entgegenkommend. Außerdem war für mich die Möglichkeit, eine Wertschätzung für die Kompetenzen zu bekommen, die ich bisher eher lose angesammelt hatte, etwas ganz Besonderes! Die Idee der wba, Menschen zu ermuntern sich mit ihren Kompetenzen auseinander zu setzen, auch nicht formales Wissen sichtbar zu machen und in Form eines Zertifikats anzuerkennen und dafür Unterstützung und den wertschätzenden Rahmen zur Verfügung zu stellen, hat mich persönlich begeistert und sehr gestärkt.

 

Der Weg über die wba ins Arbeitsfeld der Erwachsenenbildung ist demnach für Sie ein empfehlenswerter?

Jedenfalls. Die wba ist für mich ein wichtiger Baustein meines persönlichen Bildungsweges. Durch die Zertifizierung konnte ich meine Auftragslage verbessern. Darüber hinaus war dieser Weg für mich bereichernd. Ich bekam Zugang zu interessanter Literatur, konnte Seminare besuchen, die meinen Horizont erweiterten und es ergaben sich neue Kontakte. Also ist der Weg jedenfalls empfehlenswert.

 

Gab es auf Ihrem Weg zur Zertifizierung besondere Herausforderungen, Hürden oder Barrieren?

Vor meinem Start waren für mich zwei Punkte besonders wichtig: Einerseits die Ermunterung der Fachbereichsleitung, diese Chance zu ergreifen, andererseits abzuklären, ob die Rahmenbedingungen überhaupt so sind, dass ich teilnehmen kann! Nachdem bei mir eine Hörschwäche vorliegt, ist im Zuge von Seminaren und bei sämtlichen Veranstaltungen immer die gleiche ausschlaggebende  Frage: Wie ist der Ort und das Setting? Kann ich es schaffen, dort genug zu hören, so dass ich mitkommen und mitarbeiten kann? Herausforderung dabei ist, immer schon im Voraus und jedes Mal wieder dem/der VeranstalterIn, der Haustechnik, den Vortragenden, den TeilnehmerInnen,… meine Situation darzulegen und darauf zu hoffen, auf offene Ohren zu stoßen. Hürden sind dabei oft fehlende räumliche oder technische Ausstattungen (Induktionsanlagen, Mikros,…) bzw. das mangelnde Wissen über deren Anwendung, Notwendigkeit und Möglichkeiten. Auf Barrieren stoße ich, wenn z.B. Vortragende oder TeilnehmerInnen es ablehnen ein Mikrofon zu verwenden, oder wenn die Situation keinen Sichtkontakt zum/zur SprecherIn zulässt, oder wenn ein gutes Hörvermögen Voraussetzung für die Teilhabe ist (Hörbeispiele, Übungen mit geschlossenen Augen, in Bewegung,…). Die Klärung vorab war für mich jedenfalls sehr wichtig. Indem ich meine Bedürfnisse und Bedenken preisgab, ließ sich mit Hilfe der wba-Betreuerin und den Seminarleiter_innen vieles unkompliziert  abklären und ich konnte mit einem guten Gefühl starten.

 

Gab es  überraschend Positives?

Ich erntete viel Entgegenkommen! Habe ich die Möglichkeit zu erklären was ich brauche, so dass die Menschen meine Bedürfnisse verstehen können, ist es immer wieder erstaunlich für mich wie entgegenkommend die Menschen sind und ich bin happy, dass ich teilhaben darf!

 

Was empfehlen Sie Menschen mit Behinderung(en), die sich überlegen, im Bildungsbereich arbeiten zu wollen?

Ob im Bildungsbereich oder anderswo: es ist  wichtig zu formulieren, was genau man braucht. Nach meiner bisherigen Erfahrung halte ich es für unumgänglich, die eigenen Bedürfnisse formulieren und beispielhaft darlegen zu können. Das schafft Klarheit für alle Beteiligten. Wenn sich jemand nicht über ein vorliegendes Hörproblem zu sprechen traut, sorgt das in jedem Fall für Verunsicherung. Und zwar bei allen: bei Vorgesetzten, bei KollegenInnen, bei der Lerngruppe,… und gefährdet Beziehungen, Zusammenarbeit und Lernerfolg. Es können dadurch z.B. Fragen nicht richtig beantwortet werden oder es entstehen Missverständnisse. Im Falle eines/r schwerhörigen KursleiterIn oder KursteilnehmerIn kann z.B. schon bei der Vorstellung eingebracht werden: „Es ist mir wichtig, Sie noch darauf hinzuweisen, dass ich nicht gut höre. Es ist für mich hilfreich, wenn immer nur eine Person spricht und bitte geben Sie vor Wortmeldungen zusätzlich ein Handzeichen“. Je konkreter formuliert wird, was es braucht, desto besser wird es klappen. Um so etwas ohne Unsicherheiten vorzubereiten, kann man z.B. ein Coaching in Anspruch nehmen. Zusätzlich ist es günstig, die Rahmenbedingungen (bauliche, technische,…) zu prüfen. Gegebenenfalls um einen anderen Raum bitten, eigene Vorschläge zur Umgestaltung oder auch die Bitte nach Modifikation von Arbeitsabläufen einbringen (z.B. sich um die Anschaffung von Hilfsmitteln zu kümmern oder eine Umstellung von Telefon- auf E-Mail-Verkehr vorzuschlagen, wenn das Hörvermögen Telefonate nicht zulässt).

 

Was ist Ihrer Meinung nach der Grund, warum noch so wenige Menschen mit Behinderung in der Erwachsenenbildung tätig sind? Und was empfehlen Sie Bildungseinrichtungen oder Bibliotheken, die sich überlegen, Menschen mit Behinderung einzustellen?

Nach meiner Meinung ist für Menschen mit Behinderungen die höchste  Barriere die, in den Köpfen der Menschen nicht vorzukommen, also von vorneherein gar nicht in Erwägung gezogen zu werden. Lassen Sie Betroffene zu Wort kommen! Laden Sie bei jeder Ausschreibung Menschen mit Beeinträchtigungen ein, sich zu bewerben. Fragen Sie in den Vorstellungsgespräche nach den Fähigkeiten und Ressourcen. Sprechen Sie Ihre Vorstellungen/Erwartungen/Befürchtungen aus und bieten Sie Flexibilität, wenn es die Situation erfordert  (z.B.  bei Arbeitszeiten oder Arbeitsabläufen). Fakt ist: Selbst bei gleicher Qualifikation bleibt, dass ein Mensch mit Behinderung situationsbedingt anders handelt oder reagiert.  Es sind oft nicht großen Barrieren das Problem, sondern eher die zwischenmenschlichen Kleinigkeiten des beruflichen Alltags, die herausfordern und bewältigt werden müssen. Z.B. wenn KollegInnen sauer sind, weil Schwerhörige nicht zum Telefondienst eingeteilt werden, weil Muskelkranke nie einfach geschwind einen Akt von anderen Stockwerken holen können oder Rolli-BenutzerInnen häufig ungenau kommen, weil der Fahrtendienst oft unpünktlich ist.  Darüber muss es aufklärende Gespräche oder auch Gegengeschäfte geben, damit das Miteinander für alle klappen kann. Meine ganz persönliche Vision ist, dass in jeder Abteilung, in jedem Stockwerk, in jeder Ausbildung, in jedem Seminar sich Menschen mit und ohne Beeinträchtigung begegnen. Ich halte jede Separierung im Bildungs-, Berufs- und Alltagsleben für falsch. Das Ergebnis davon ist ja diese spürbar große Scheu im Umgang miteinander, weil nicht in direktem Austausch voneinander gelernt werden kann!

 

Welche Erfahrungen machen Sie in Ihrer erwachsenenbildnerischen Arbeit und was sind Ihre größten Wünsche für eine barrierefreiere Erwachsenenbildung?

Ich erlebe den Bildungsbereich als positives und wertschätzendes Tätigkeitsfeld in dem sich vielfältig interessierte Menschen tummeln, die auch viel Offenheit Neuem gegenüber mitbringen. Was ich mir wünsche ist mehr Barrierefreiheit im Sinne eines unkomplizierten Umgangs miteinander. Z.B. weniger Scheu der ErwachsenenbildnerInnen im Umgang miteinander. Ich wünsche mir viele ErwachsenenbildnerInnen, die selbst mit einer Behinderung leben. Und ein offensives und öffentliches Werben der AnbieterInnen und Einrichtungen für die Zielgruppe der Menschen mit unterschiedlichsten Behinderungen.

Das Interview wurde vom Bildungsnetzwerk Steiermark im Rahmen des Projektes Barrierefreie Erwachsenenbildung geführt und auf dem aktuellen Newsletter veröffentlicht.

Hier finden Sie den gesamten Newsletter: http://www.bildungsnetzwerk-stmk.at/newsletter/441-nl-februar-barrierefrei.html

Die Website von Frau Gusenbauer finden Sie hier.

 

wba gewinnt europäischen Validation Prize 2013

Mittwoch, Dezember 18th, 2013
Das eingereichte Konzept der „Anerkennung der Kompetenzen von Erwachsenenbildner/innen in Österreich und darüber hinaus“ hat die Jury des europäischen Validierungspreises für
sich gewonnen.
Die Ehrung fand am 15. Oktober im Beisein von über 80 europäischen Erwachsenenbildner Innen in Brüssel statt. wba-Leiterin Karin Reisinger nahm die hohe Anerkennung mit großer Freude
entgegen. Im Rahmen der Preisverleihung dankte sie Dr. Anneliese Heilinger, die als Projektinitiatorin und erste wba-Geschäftsstellenleiterin (2004 – 2008) maßgebliche Organisationen und Personen einbinden konnte, was für den Erfolg der wba von unschätzbarem Wert ist. Zugleich hob sie das Kooperative System, den Zusammenschluss führender österreichischer Bildungseinrichtungen, hervor, durch dessen gemeinsame Anstrengung das Projekt realisiert werden konnte.
Beim Validation Prize geht es um die Anerkennung informell und non-formal erworbener Kompetenzen. Der Preis wurde heuer bereits zum dritten Mal vom „European Observatory of Validation of Non-formal & Informal Learning“, einer Fachgruppe des European University Continuing Education Network, EUCEN, vergeben.
Link: www.observal-net.eu
Wir freuen uns über den europäischen Validation Prize 2013 und bedanken uns herzlich bei allen Vordenker/innen und Mitwirkenden für die erfolgreiche Arbeit!
Das wba-Team

Externe Evaluierung der wba

Freitag, September 6th, 2013

Im Laufe der nächsten Woche führt das Institut für Höhere Studien (IHS) eine online Befragung zur wba durch. Alle esf kofinanazierten Projekte werden einer externen Evaluierung durch das IHS unterzogen. wba-Kandidat/innen und Absolvent/innen werden per E-Mail gebeten sich an dieser online-Umfrage zu beteiligen.

Vielen Dank an alle Kandidat/innen und Absolvent/innen, die sich bereits Anfang Juli an der internen Evaluierung der wba durch die Universität Klagenfurt beteiligt haben. Wir ersuchen Sie sich an dieser Befragung zu beteiligen, auch wenn diese sehr zeitnah zur letzten Umfrage stattfindet.

Vielen Dank schon im Voraus für Ihre Teilnahme!

 

 

 

 

 

Sommerzeit ist Lesezeit

Donnerstag, Juli 25th, 2013

Nicht nur in den Ferien, am Strand oder im Grünen läßt es sich gut lesen. Auch wir Verbleibenden in der wba setzten uns gerade mit dem Thema „Lesen“ anhand unserer Literaturlisten (Grundlage für Rezensionen für das wba-Diplom) auseinander. Um die Listen so aktuell wie möglich zu halten und unseren Kandidat/innen Möglichkeit zur inhaltlichen Auseinandersetzung zu bieten, nutzen wir unseren Blog um folgende Fragen zu stellen:

Welche Bücher aus den Bereichen „Lehren/Gruppenleitung/Training“, „Beratung“ und „Bildungsmanagement“ haben euch in letzter Zeit inspiriert? Welche Bücher aus diesen Bereichen möchtet ihr uns empfehlen?

Wir freuen uns über 656833_web_R_K_B_by_www.hamburg-fotos-bilder.de_pixelio.deeure Kommentare!

Sommerliche Grüße aus der wba!

 

 

Foto: www.hamburg-fotos-bilder.de_pixelio.de

 

wba für europäischen OBSERVAL-Net Validation Prize nominiert

Montag, Juli 22nd, 2013

Die wba hat mit ihrem Konzept „Anerkennung der Kompetenzen von Erwachsenenbildner/innen in Österreich und darüber hinaus“ den Sprung in
die engere Auswahl für den europäischen Validierungspreis für informelles und non-formales Lernen geschafft. Der Preis, der zu mehr Wertschätzung für non-formales und informelles Lernen beitragen soll, wird in diesem Jahr zum dritten Mal vergeben. Die Preisverleihung findet am 15. Oktober in Brüssel statt.

Validierung auf europäischem Niveau
EUCEN (European University Continuing Education Network) ist eine 1991 gegründete NGO-Einrichtung mit insgesamt 191 Mitgliedern aus 36 Ländern Europas, die Projekte rund um das „Lebenslange Lernen“ vorantreibt und koordiniert. Speziell mit der Förderung der Validierung non-formalen Lernens beschäftigt sich deren Untergruppe „European Observatory of Validation of Nonformal & Informal Learning“, die unter anderem auch den OBSERVAL-Net Validation Preis vergibt.

Drei Kategorien zur Validierung non-formalen und informellen Lernens
Aus allen Einreichungen aus insgesamt acht Ländern wurden neun Projekte in drei Kategorien nominiert: „Neues Berufsbild“, „Entwicklung und Anerkennung beruflicher Kompetenzen“ und „Bottom-Up Approach“. Bewertet wurde nach Kriterien wie Innovationsgrad, Nachhaltigkeit und Vielfalt.

wba punktet in der Kategorie „Bottom-Up Approach“
Die wba mit ihrem Kompetenzbewertungssystem ist eine Zertifizierungsstelle, die 2007 von zehn führenden Erwachsenenbildungseinrichtungen – von bfi über WIFI bis österreichische Volkshochschulen und Bildungswerke – gegründet wurde und die sich durch ihre Nähe zum Berufsfeld und Klarheit in der Umsetzung auszeichnet. Sie wird daher als richtungweisend in Europa anerkannt. Das Qualifikationsprofil ermöglicht Teilnehmer/innen, individuell und überwiegend virtuell informelle Kompetenzen anerkennen und zertifizieren zu lassen, wobei fehlende Kompetenzen bei akkreditierten Bildungseinrichtungen erworben werden können. „Mit dem offenen, berufsbegleitenden Anerkennungssystem der wba bieten wir eine attraktive Möglichkeit, vorhandene Kompetenzen zu einem weit anerkannten Nachweis zu bündeln und tragen zugleich zu Qualitätsstandards in einer bunten und vielseitigen Branche bei “, fasst Mag. Karin Reisinger, Leiterin der in Wien angesiedelten Geschäftsstelle der wba, die Vorteile zusammen.

Preisverleihung am 15. Oktober 2013
Bei der Abschlusskonferenz in Brüssel, zu der rund 50 Personen erwartet werden, stehen Präsentationen, Debatten und Arbeitskreise auf dem Programm. Höhepunkt der Veranstaltung, die in der „Fondation universitaire“ im Brüsseler Universitätsviertel stattfindet, ist die Verleihung des „Validierungs-Preises“, der als besondere Auszeichnung innerhalb der europäischen Weiterbildungsbranche gilt.

Fahrtgemeinschaft für die aktuelle Zertifizierungswerkstatt Mai 2013

Montag, Mai 6th, 2013

Alle Interessierten sind eingeladen, sich hier für eine Fahrgemeinschaft zu vernetzen.

Liebe Grüße aus der wba!

Freiwilligenmanagement und Erwachsenenbildung

Donnerstag, Mai 2nd, 2013

Freiwilligenmanagement ist ein wichtiger Teil der Erwachsenenbildung und Weiterbildung. Schon der entsprechende Workshop beim Fest zu 5 Jahre wba im Oktober 2012 zeigte hohes Engagement und Bedeutung: https://wba.or.at/meta/aktuelles/tagung.php.

Herr Dichatschek berichtet von einem weiteren Arbeits-Treffen:

Der Workshop “Ehrenamt – Freiwilligenarbeit/Freiwilligenkoordination” der Arbeitsgemeinschaft Ehrenamt des Rings Österreichischer Bildungswerke (stattgefunden am 22.-23. April 2013/Wien) zeigt an, dass die Diskussion um Strukturen und Rahmenbedingungen weiterhin zu führen sind.

Die Diskussion kann in Fortsetzung des “Internationalen Jahres der Freiwilligen” (2001) und eines Workshop-Diskurses anlässlich des Festaktes “40 Jahre Konferenz der Erwachsenenbildung Österreich – 5 Jahre Weiterbildungsakademie”/Strobl (2012) gesehen werden. Betont werden in der Erwachsenenbildung das erwachsenenpädagogische Engagement und die mitbestimmende Dimension.

Zur Umsetzung bedarf es eines Freiwilligenmanagements mit Planung, Organisation, Koordination, Bewertung und Vernetzung. Dies sollte die Aufgabe des Freiwilligenkoordinators bilden. Die Institutionen benötigen effiziente Strukturen, zielgerichtete finanzielle und personelle Ressourcen, klare Rahmenbedingungen, Fort- und Weiterbildung, Begleitung und Unterstützung, Mitsprache und interne und externe Anerkennungskultur. Vernetzungsarbeit gehört national und im EU-Kontext zur Erwachsenenpädagogik.

(Link zum Beitrag auf der Website der Arbeitsgemeinschafte Evangelischer Bildungswerke: http://www.aebw.at/rueckblick/ehrenamtlichkeit-der-erwachsenenbildung)

Hier die Teilnehmenden am Workshop:

Workshop "Ehrenamt - Freiwilligenarbeit/Freiwilligenkoordination" der Arbeitsgemeinschaft Ehrenamt des Rings Österreichischer Bildungswerke

Workshop „Ehrenamt – Freiwilligenarbeit/Freiwilligenkoordination“ der Arbeitsgemeinschaft Ehrenamt des Rings Österreichischer Bildungswerke

SERIE wba-Kandidat/innen im INTERVIEW, heute Nicole Kroiß, Bildungsmanagerin und DaF-Trainerin in Oberösterreich

Freitag, April 26th, 2013

 

Liebe Frau Kroiß, am Anfang gleich die Frage: was waren denn die Stationen in Ihrem Leben, die Sie in die Erwachsenenbildung geführt haben?

2013.04.25_Nicole_Kroiss_BloginterviewWenn ich mich so zurückerinnere, wollte ich eigentlich immer schon Lehrerin werden und habe als Kind oft mit meiner jüngeren Schwester Schule gespielt. Meine eigene Schulerfahrung war am Beginn auch sehr positiv, aber ab der Oberstufe keine schöne Zeit. Damit war dann auch der Lehrerberuf für mich abgehakt. Ich habe mir gedacht, dass ich unmöglich in einer Schule beruflich glücklich werden kann. Kurz vor der Matura habe ich die Schule abgebrochen und bin für ein Jahr als Au pair nach Norwegen gegangen. Ich habe in Norwegen 2 Mal in der Woche gratis Sprachunterricht erhalten und da habe ich erlebt wie schön Lernen sein kann. In einer kleinen Gruppe mit Menschen aus verschiedenen Ländern mit unterschiedlichen Muttersprachen – das war eine super Erfahrung. Meine beiden Norwegisch-Lehrerinnen haben mich sehr inspiriert und schnell war für mich klar: Genau diesen Beruf möchte ich mit meiner Muttersprache Deutsch in Österreich auch ausüben!

Und dann ging alles sehr schnell: Ich bin nach einem Jahr nach Österreich zurück und habe dann extern die Matura abgelegt. (Die Erfahrung in der Maturaschule war auch eine sehr schöne im Bereich der Erwachsenenbildung!) Schon vor der Matura habe ich mich dafür entschieden, Germanistik zu studieren und mit der Spezialisierung „Deutsch als Fremd- und Zweitsprache“ bin ich dann direkt zur Erwachsenenbildung gekommen.

 

Wie sieht Ihre Arbeit jetzt gerade aus, was macht Ihnen besondere Freude, was ärgert Sie?

Ich bin seit 1.8.2012 für die Volkshochschule Oberösterreich der Arbeiterkammer tätig (als Unterrichtende seit 2006) Gemeinsam mit zwei Kolleginnen leite ich den Bereich „Deutsch- Integration“. Mein Aufgabenbereich ist etwas aufgeteilt.

Zum einen unterrichte ich Deutsch als Zweitsprache (zurzeit einen B1 Kurs 2 mal wöchentlich am Abend). Zum anderen leite ich mit meiner Kollegin das Bildungszentrum Ansfelden. Dort beraten wir Personen, die in dieser Gemeinde einen Deutschkurs besuchen möchten, bieten Deutschkurse an und organisieren diese auch. Zusätzlich bin ich die Ansprechperson für alle Deutsch als Zweitsprache Unterrichtenden an der Volkshochschule OÖ – das sind derzeit ca. 65 Personen. Als einen weiteren eigenen Schwerpunkt kann man die Projektarbeit (EIF Projekte) sehen. Ich arbeite regelmäßig mit, wenn es um Ideensammlungen für zusätzliches Angebot außerhalb der regulären Deutschkurse geht.

Besonderen Spaß macht mir der direkte Kontakt mit Leuten, ob in der Beratung, beim Unterrichten, in der Zusammenarbeit mit anderen Institutionen, oder die Teamarbeit mit meinen Kolleginnen. Zusätzlich ist die kreative Projektarbeit sehr herausfordernd und macht viel Freude, da ich mir bei neuen Projekten überlegen kann, was die Zielgruppe braucht und was wir in der Volkshochschule anbieten können.

Natürlich gibt es im Bereich Integration auch Situationen die ärgerlich sind. Diese Dinge haben aber meist mit der sprachenpolitischen Situation in Österreich zu tun und nicht direkt mit meiner Arbeit. Die aktuelle politische Situation wirkt sich aber immer direkt auf meine Arbeit aus und da muss man schauen, wie man damit zurecht kommt um nicht zu schnell frustriert zu sein. Sehr wichtig ist dabei die Arbeit im Team, damit man gemeinsam an Problemen arbeiten kann und die Möglichkeit zum regelmäßigen Austausch hat.

 

Was trägt Sie in Ihrer täglichen Arbeit als Erwachsenenbildnerin?

Zum einen der direkte Kontakt mit Menschen, egal ob im Sprachunterricht oder in der Beratung. Zum anderen, dass ich einen Beruf habe, bei dem ich oft ein direktes Feedback auf meine Arbeit bekomme. Beim Unterrichten zum Beispiel merke ich schon bei der Aktivität oder direkt danach, ob das bei den Teilnehmer/innen ankommt oder nicht. In der Beratungsarbeit ist es genauso. Es ist schön, wenn ich nach dem Gespräch merke, dass die Person jetzt besser orientiert ist und weiß, welche Möglichkeiten ihr offen stehen. Das alles motiviert mich in meiner Arbeit.

 

Und zur wba: Was hat Sie eigentlich zur wba-Zertifizierung bewogen? Möchten Sie den wba-Mitarbeiterinnen gerne etwas mitgeben?

Das erste Mal habe ich von der wba bei einem Weiterbildungslehrgang erfahren. Wir haben im kollegialen Austausch darüber gesprochen und ich habe mich gleich dafür interessiert.

Für mich war die Standortbestimmung sehr aufschlussreich, da ich viel über mich selbst gelernt habe. Das Zusammensuchen aller Bestätigungen und Dokumente, das hat mir das Gefühl gegeben „He, eigentlich hab ich schon ganz schön viel geleistet und gearbeitet!“ Das übersieht man oft, wenn man in der Erwachsenenbildung tätig ist. Natürlich ist es gut, wenn man vom LLL geprägt ist, aber es kann einem auch das Gefühl geben, dass man nie genug Aus,- Weiter,- und Fortbildungen gemacht hat. Bei der Standortbestimmung sieht man einmal schwarz auf weiß: Das und das und das kannst du schon und es wird dir anerkannt! Das motiviert auch für weitere Lehrgänge!

Die Mitarbeiterinnen der wba habe ich als extrem professionell und kompetent erlebt. Ich habe mich in der Zeit der Zertifizierung sehr gut betreut gefühlt und möchte mich auf diesem Weg bedanken!

 

Haben Sie spezielle Pläne für die Zukunft? Gibt es Orte in der Erwachsenenbildung, wo Sie gerne hin möchten oder wo Sie etwas bewegen möchten?

Ich bin mit meiner jetzigen Tätigkeit sehr zufrieden und fühle mich sehr wohl in der Volkshochschule Oberösterreich. Einen Bereich gibt es da noch, von dem ich schon seit meiner Kindheit fasziniert bin: Arbeiten in einer Bücherei!

Liebe Frau Kroiß, herzlichen Dank für dieses kleine Interview! Wir freuen uns sehr, dass die wba mit Standortbestimmung und Begleitung von Ihnen als gut befunden wird. Und wir wünschen Ihnen viel Erfolg und dass Ihre Wünsche bezüglich beruflicher Entfaltung sich weiterhin so gut erfüllen!

 

April 2013,

das Interview führte Petra Steiner