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Informell erworbene Kompetenzen

Freitag, Juni 4th, 2010

Eine Kollegin hat mich gefragt, wie denn bei der wba Kompetenzen nachgewiesen werden können, für die es keine Teilnahmebestätigungen oder Zertifikate gibt. Ich danke meiner Kollegin für diese Frage, sie gibt mir damit die Möglichkeit meine Wartezeit bis zur Bewertung meiner Standortbestimmung durch den Akkreditierungsrat zu überbrücken und den Blog wieder zu füttern.
Meines Erachtens ist genau das, das Besondere und Innovative an der wba, dass informell erworbene Kompetenzen anerkannt werden und zu einer Zertifizierung führen. Nachdem ich eine fleißige Weiterbildungs-Besucherin bin, kommt bei mir diese Möglichkeit nicht so zum Tragen, trotzdem möchte ich ein paar Beispiele aufzeigen, die mir während meiner Standortbestimmung aufgefallen sind und die ich als bemerkenswert empfinde.

Papier
Einige erforderliche Kompetenzen, zum Beispiel Bildungstheoretische Kompetenzen, „Gesellschaft und Bildung“ und Beratung, können mittels einem „Paper“ nachgewiesen werden. Also, eine schriftliche Auseinandersetzung mit einer Stellungnahme zu pädagogischen Grundlagenwissen, inklusive Literaturbearbeitung. Die Länge der Arbeit richtet sich nach den geforderten ECTS (wba) und, jetzt kommt der Hacken, es kostet zwischen EUR 70 und EUR 150,- extra, je nach Umfang, für die Begutachtung durch einen Profi. Die Kosten fallen nicht an, wenn eine veröffentlichte Publikation zum jeweiligen Thema vorliegt.

Zertifizierungswerkstatt
Es gibt geforderte Kompetenzen, da geht die wba davon aus, dass diese im Normalfall bei den Kandidat/innen nicht vorhanden sind. Böse Zungen könnten nun fragen, ob diese überhaupt relevant sind, wenn angehenden, zertifizierten ErwachsenenbildnerInnen diese bisher gar nicht abgegangen sind. Es geht hier zum Beispiel um die Geschichte der Erwachsenenbildung in Österreich bzw. um die Struktur und Rahmenbedingungen dieser und um Wissen über das österreichische Bibliothekswesen. Wie auch immer, diese Kompetenzen können im Rahmen der Zertifizierungswerkstatt nachgewiesen werden, in dem man einen Multiple-Choice-Test ausfüllt.

Ein Auslandsaufenthalt bildet
Das ist eine spannende Nachweismöglichkeit! Im Bereich „Gesellschaft und Bildung“ kann man einen Schwerpunkt für interkulturelle Bildung mit einem mindestens drei-monatigen Auslandsaufenthalt nachweisen.

Berufliche Tätigkeit führt zu Kompetenzen
Die Aussage dieser Zwischenüberschrift ist keine neue Entdeckung. Das Besondere ist, dass die wba diese Tatsache berücksichtigt. Didaktische Kompetenz, zum Beispiel, kann durch eine Kompetenzbestätigung durch den Dienstgeber, mittels eines Formblattes, bestätigt werden. Hm – von wem lassen die vielen selbständigen TrainerInnen ihre Kompetenz bestätigen?

Abwicklung eines Projekts
Projektmanagement kann nachgewiesen werden, wenn man hauptverantwortlich ein Projekt durchgeführt hat. Eine super Sache, aber … . Ich erinnere mich, ich habe vor einigen Jahren ein ESF-Projekt abgewickelt, von der Antragstellung bis zum Abschlussbericht, aber – „hauptverantwortliche, einreichende“ Person war eine andere und ich bin mir nicht sicher, wer von uns beiden mehr Projektmanagement-Kompetenz besitzt. 😉 Schade – nichts für mich!

Kompetenzanerkennungsverfahren
Im Bezug auf soziale und personale Kompetenzen werden, im Leitfaden, verschiedene Verfahren zur Kompetenzanerkennung genannt. Hört sich spannend an, hab sie mir aber im Detail nicht angeschaut. Jedenfalls gehe ich davon aus, dass derartige Verfahren in Zukunft an Bedeutung gewinnen werden. Stellenausschreibungen sind voll mit Forderungen nach sozialen Kompetenzen. Aber wer kann wirklich informell erworbene Teamfähigkeit oder Kommunikationsfähigkeit nachweisen?

Am Übergang vom Chaos zur Ordnung

Freitag, April 2nd, 2010

ECTS (wba)-Punkte, Kompetenzbegriffe, verpflichtende Inhalte und Wahlteile schwirren wild durch meinen Kopf. Einen Überblick sollte ich mir verschaffen. Im Moment hat das Chaos allerdings überhandgenommen. Links von mir ein Papierstapel mit den ausgedruckten Kompetenzanforderungen (wenigstens ist dadurch mein Schmierpapierstapel etwas geschrumpft 😉 ). Rechts ein Menge an Diplomen, Zertifikaten, Zeugnissen und Teilnahmebestätigungen (bin ja selbst ganz überrascht, was ich schon alles besucht habe). Und ich in der Mitte und ich hadere damit, jetzt alles in das Online-Portfolio einzugeben. Irgendwie hätte ich das Bedürfnis die Nachweise im Vorfeld den geforderten Kompetenzen zuzuordnen, aber diese Möglichkeit ist nicht vorgesehen. Gebe ich zu viel ein, für einen bestimmten Kompetenzbereich, mache ich der wba unnötig Arbeit. Gebe ich zu wenig ein – auch blöd. Außerdem frage ich mich: Wie wollen, die KollegInnen bei der wba, deren Kompetenz ich ja gar nicht anzweifeln möchte, meine vielen Nachweise entsprechend zuordnen, wenn ich mich gerade selbst nicht im Stande dazu fühle?

Ein Kollege, der das Diplom bereits erfolgreich in der Tasche hat, hat mir seine Vorgangsweise einmal verraten: „Ich gebe alles ein, was ich an Nachweisen vorliegen habe, jede noch so geringwertig erscheinende Bestätigung.“ Genau das, werde ich jetzt auch machen. Tut mir leid, liebe Leute bei der wba, jetzt mach ich euch Arbeit! 😉