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Wolfgang Huber - Trainer und Leiter einer Weiterbildungseinrichtung im Interview

Porträtfoto von Erwachsenenbildner Wolfgang Huber in seinem Büro Fotocredit: Wolfgang Huber

 

Herr Huber, wie sieht Ihre Tätigkeit als Erwachsenenbildner aus? Können Sie uns kurz Einblick in Ihre berufliche Tätigkeit geben?

Meine Tätigkeit ist sehr vielfältig und ich bin täglich mit unterschiedlichen Menschen in Kontakt. Als Trainer versuche ich immer eine lernfördernde Umgebung zu schaffen, praxisnahes Knowhow und Wissen zu vermitteln und die TeilnehmerInnen für das jeweilige Kursthema zu begeistern. Neben der Unternehmensführung bin ich ebenfalls für unser Kursprogramm verantwortlich und erstelle gemeinsam mit meinem Team neue Kursinhalte, Lernunterlagen oder ich bereite Kurskonzepte für unsere Firmenkunden vor. Dabei unterstütze ich dabei, das jeweilige Schulungsziel für Mitarbeiter/innen zu erreichen. Für mein Team nehme ich immer wieder die Rolle als Coach ein und kümmere mich darum, dass wir uns als Organisation weiterentwickeln können.

Sie haben als Inhaber einer Firma die wba absolviert. Was war denn Ihre Motivation dazu?

Das Thema Bildung und Weiterbildung hat in meinem Leben schon immer eine sehr wichtige Rolle gespielt. Ich habe den Beruf Elektriker erlernt, eine Abendschule besucht, mein Studium abgeschlossen, über Jahre im Ausland gelebt und Sprachen gelernt und unzählige Weiterbildungen besucht, um mich persönlich wie beruflich weiterzuentwickeln. Dass ich eine umfangreiche Trainerausbildung absolviert habe, ist in unserer Branche selbstverständlich, in meiner täglichen Arbeit als Erwachsenenbilder spiegelt sich aber jede meiner erworbenen Qualifikationen wieder. Das wba Zertifikat war für mich ein logischer Schritt, um meine Kompetenz und Praxiserfahrung als Trainer und Bildungsmanager sichtbar zu machen.

Wie haben Sie persönlich die wba-Zertifizierung erlebt? Haben Sie neue Perspektiven gewonnen oder war es – salopp formuliert – nur ein Abhaken von Nachweisen?

Die wba-Zertifizierung wird einem nicht geschenkt und man sollte sehr wohl ausreichend Zeit für die Umsetzung einplanen, denn meistens muss man noch mehrere zusätzliche Kurse besuchen – auch wenn einem bereits viele Aus- und Weiterbildungen angerechnet werden. Was mir im Zertifizierungsprozess besonders gut gefallen hat, waren die Gespräche und Interaktionen mit Kollegen und Kolleginnen aus der Erwachsenenbildungsszene sowie Wissensimpulse aus dem Bereich der Weiterbildung. Obwohl ich wenig Erwartungen an die Zertifizierungswerkstatt im bifeb in Strobl am Wolfgangsee hatte, konnte ich gerade von diesem Wochenende sehr viel mitnehmen: Selbstreflexion, angeregte Gespräche sowie sehr viele schöne Erinnerungen.

Hat Sie etwas an der wba überrascht?

Nein, denn wie der Ablauf der Zertifizierung aussehen wird, wurde bereits auf der Webseite klar kommuniziert. Die Beratung und Betreuung durch das wba Team war in jeder Phase äußerst professionell und vorbildlich. Danke dafür!

Wie sehen Sie das Verfahren der wba hinsichtlich der Förderung von Professionalität aller Erwachsenenbildner/Innen? Wovon konnten Sie profitieren?

Unsere Bildungseinrichtung ist zertifiziert und ich achte täglich darauf, dass jeder im Team sich unserem Qualitätsstandard bewusst ist und die Arbeit entsprechend gestaltet. Aus persönlicher negativer Erfahrung und im Zuge unserer Zertifizierung „Ö-Cert" habe ich mich entschieden, auf bestimmte Mindeststandards bei Jobbewerber/innen zu achten. Zum Beispiel arbeite ich nur noch mit Trainer/innen zusammen, die als Basisqualifikation eine Trainer/innenausbildung absolviert haben. Denn es macht einen enormen Unterschied, ob sich jemand bewusst für den Beruf als Trainer/in entscheidet oder diesen Job so nebenbei machen möchte. Egal ob jemand als Trainerin, Berater oder Bildungsmanagerin arbeitet, es ist eine Geisteshaltung und eine bewusste Entscheidung, sich dem Thema Aus- und Weiterbildung zu widmen. Wenn nun jemand ein wba-Zertifikat vorzeigen kann, dann sagt das sehr viel über diese Person aus. Es ist eine Person, die wichtige Praxiserfahrung nachweisen kann, viele Qualifizierungen gesammelt hat und sich in diesem Bereich bewusst engagiert hat. Ich denke, von dem wba-Qualitätsstandard profitiert die ganze Weiterbildungsbranche – sowohl die einzelnen Bildungseinrichtungen, die Inhaber eines wba-Zertifikats und vor allem die Menschen, die unsere Aus- und Weiterbildungen in Anspruch nehmen.

Gibt es etwas, das Sie für die Zukunft der Erwachsenenbildung beschäftigt? was sind Dinge, die Trainer/innen, Berater/innen und Manager/innen, die in der Bildung Erwachsener arbeiten, wichtig sein sollten?

Bei allem, was wir in unserem Beruf tun, geht es immer um den Menschen. Heute und morgen. Wenn wir es schaffen, eine Brücke zu unserem Gegenüber aufzubauen, dann haben wir als Trainer/innen, Berater/innen oder Bildungsmanager/innen bereits viel erreicht und das Lernen kann beginnen. In Zukunft werden wir dabei noch mehr von neuen Medien und Werkzeugen unterstützt werden und darauf sollte sich jeder von uns vorbereiten.

Lieber Herr Huber, herzlichen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg!

      Das Interview führte Petra Steiner im September 2018

Weiterführende Links:
Mag. Wolfgang Huber als wba-Absolvent
Weitere wba-Erfahrungsberichte von Erwachsenenbildner/innen
Beruf Erwachsenenbildner/in

 

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An: Petra Steiner – petra.steiner@wba.or.at
petra steiner
Menschen mit Migrationsbezug bringen oft viele Kompetenzen und Qualifikationen mit. Diese können und müssen sichtbar gemacht werden, damit Inklusion gelingt. Die wba-Zertifizierung bietet eine Möglichkeit Kompetenzen sichtbar und nutzbar zu machen. Gleichzeitig gestalten Erwachsenenbildner/innen mit Migrationsbezug die Zukunft unserer Gesellschaft konstruktiv mit.

Mümtaz Karakurt

Geschäftsführer von migrare – Zentrum für MigrantInnen OÖ wba-diplomierter Erwachsenenbildner