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wba innovativ! Wissenschaftliche Begleitung bestätigt die Professionalität der wba

Von 2016 bis 2018 wurde die Arbeit der wba durch wissenschaftliche Begleitforschung unter die Lupe genommen. wba-innovativ. Wissenschaftliche Begleitung wurde gemeinsam vom Österreichischen Institut für Berufsbildungsforschung und der Karl-Franzens-Universität Graz (Institut für Erziehungs- und Bildungswissenschaft) durchgeführt. Durch die Forschungsergebnisse wird dem Verfahren der wba hohe Professionalität und den Mitarbeiter/innen Expertisehandeln bescheinigt. Überraschend ist, dass die wba nicht nur hohes Bemühen um Validität, sondern auch eine pädagogisch-fördernde Haltung auszeichnet.  Der folgende Beitrag bietet einen Überblick über den 214-seitigen Forschungsabschlussbericht.

Theorie leitet das Vorhaben

Ausgehend von wichtigen theoretischen Konzepten startet das Forscher/innenteam 2016 seine Arbeit. Peter Schlögl (ÖIBF, Univ. Klagenfurt) führt im Bericht in Begriffe wie expansives Lernen und Validität ein. Philipp Assinger (Universität Graz) nähert sich vom Theoriestrang rund um Qualität und Qualitätsentwicklung und zeichnet die Implementierung der wba nach. Karin Gugitscher (ÖIBF) erarbeitet die genaue Beschreibung der Elemente des wba-Verfahrens (Nachweistypen, Kompetenzdefinitionen, Zusammenspiel der Akteur/innen ...). Norbert Lachmayr (ÖIBF) analysiert unter anderem die Nachweisformen.

Bild: Die Leitenden des Forschungsprojektes Univ.Prof. Dr. Elke Gruber (Univ. Graz) und Univ.Prof. Dr. Peter Schlögl (ÖIEB und Univ. Klagenfurt): Elke Gruber und Peter Schlögl - Universitätsprofessor/innen, die die wissenschaftliche Begleitforschung der wba leitenFotocredit: wba, R. Kalb

 

Der wba auf die Finger geschaut...

Die Forschungsergebnisse Über die "Verfahrens-Praktiken" der wba werden von Karin Gugitscher und Birgit Schmidtke (ÖIBF) dargestellt. Im Forschungsbericht werden die Begriffe Professionalität und Expertise (Seite 108f) definiert. Entlang dieser Begriffsdefinitionen entfaltet sich die Analyse der wichtigsten Arbeitsgänge einer Kompetenzanerkennung der wba: So wird zum Beispiel der Vorgang des Durcharbeitens eines eingereichten Portfolios durch wba-Mitarbeiterinnen unter die Lupe genommen. Dabei wird das gleiche anonymisierte Portfolio allen wba-Mitarbeiter/innen vorgelegt. Diese führen eine Vorbewertung (Einschätzung vor dem Akkreditierungsrat) durch, während ihr "lautes Denken" per Audio aufgenommen wird. Dieses laute Denken, ebenso wie Gespräche einer Teamsitzung und einer Akkreditierungsratssitzung, werden sodann qualitativ inhaltsanalytisch analysiert.

Ergebnis: Drei Typen von Expertise

Gänzlich neu in der pädagogischen Forschung ist, dass Felder der Expertise von Validierungsfachkräften erhoben werden. Die Forscher/innen fanden heraus, dass wba-Mitarbeiter/innen drei Typen von Expertise haben müssen, um professionell in der Validierung zu sein (S. 124ff): Feldexpertise, Verfahrensexpertise und Inhaltsexpertise.

Ergebnis: Hohe Professionalität und Expertise der wba-Mitarbeiter/innen

Professionalität bedeutet das Ausbalancieren sich widersprechender Anforderungen, welche in der Arbeit mit Menschen typisch sind. So kann es vorkommen, dass Validierungsfachkräfte Wertschätzung gleichermaßen ausdrücken sollten wie auf die Einhaltung von Normen und Regeln bei der Kompetenzanerkennung bestehen müssen. Eine widersprüchliche Situation, die in jeder neuen Lage ausbalanciert werden muss und komplexe Interessensabwägungen beinhaltet. Expertise bedeutet vereinfacht gesagt, dass Expert/innen Situationen bereits im Herannahen erkennen und ihr Handeln antizipativ danach ausrichten. Der Prozess wird so von Vorneherein in die richtigen Richtungen gelenkt.

"Dabei konnte das Handeln der wba-Beraterinnen als expertisegestütztes professionelles Handeln rekonstruiert werden." (Forschungsbericht S. 122)

 Ergebnis: Pädagogische Haltung

"wba-Mitarbeiter/innen haben einen wertschätzenden und anerkennenden Umgang mit vielfältigen Bildungswegen sowie eine ganzheitliche Sicht auf individuelle Kompetenzprofile." (Vgl. Forschungsbericht S. 129f)

Die wba-Mitarbeiter/innen verfügen nicht nur über eine prüfende Haltung, die für Validierung unerlässlich ist. wba-Mitarbeitende haben auch eine pädagogische Haltung.  Diese pädagogische ganzheitliche Sicht auf Menschen ist bedeutsam etwa, wenn es um das Sichtbarmachen informell erworbener Kompetenzen geht. Diese Kompetenzen, bzw. deren Wert für das Anerkennungsverfahren, sind den Personen selbst oft nicht bewusst, von daher ist das aktive Zugehen der wba-Mitarbeiter/innen auf Kandidat/innen bei derartigen Nachweisen sehr sinnvoll und auch valide. Die Kompetenzlage der wba-Kandidat/innen wird so "richtig" ("valide") erfasst.

 Eine fördernde und pädagogische Hand der wbaFotocredit: pixabay

Ergebnis: Innovation und Qualitätsentwicklung sind in der wba laufend mitgedacht

Zusätzlich zu personengebundener Professionalität und Expertise der Validierungsfachkräfte sorgt in der wba auch die organisatorische Aufhängung aller Arbeitsgänge der Validierung (Teamsitzungen, Vergleichsportfolios, Akkreditierungsrat, Qualitätstage, Qualitätssicherung) für Innovation und Qualität. Das bedeutet beispielswiese, dass auch "Qualität" selbst laufend in Diskussion und Entwicklung gehalten wird.

Die Konzeption und Verfahrensumsetzung der Weiterbildungsakademie zeichnet sich durch Innovation und Professionalität zugleich aus. Das hohe und nachhaltige Qualitätsbewusstsein der Geschäftsstelle sowie der Entscheidungsgremien zeigt sich anhand der Verfahrensregeln und -praxis, den wiederkehrenden Evaluierungen und anhaltenden Verfahrensanpassungen und Systematisierungen von Einzelentscheidungen. (S. 205)

Anregungen umgesetzt

Die Begleitforschung enthält neue Maßnahmen und Ideen für die Qualitätsverbesserung der Validierung. Die wba arbeitet aktuell an deren Umsetzung. Beispielsweise wird es bessere Möglichkeiten für die Anerkennung informell erworbener Kompetenzen geben. Und in Zukunft können wba-Kandidat/innen bereits beim Einreichen ihrer Unterlagen Vorschläge für die Anerkennung bei Kompetenzbereichen machen.

 

Weiterführende Links:

Abschlussbericht wba-innovativ. Wissenschaftliche Begleitung

Power Point Präsentation 2017 "Wie valide kann Kompetenzanerkennung sein"?

So arbeitet die wba

erwachsenenbildung.at: Wie das Anerkennen von Kompetenzen gelingt

Zeitschrift für Weiterbildungsforschung: Gugitscher, Karin, Schmidtke, Birgit: Kompetenzanerkennung als professioneller Aushandlungsprozess in der Erwachsenenbildung.

Ich persönlich möchte mich im Rahmen meiner Möglichkeiten in der Erwachsenenbildung dafür einsetzen, dass alle Menschen in gleicher Würde und in gegenseitiger Wertschätzung ihre Begabungen, Interessen und Fähigkeiten leben können. Die wba ist für mich eine Richtschnur für meinen derzeitigen Weiterbildungsweg, da sie in einem österreichweiten Bildungsprozess vernetzt ist.

Ingrid Gady

Unternehmensgruppe Gady (Marketing, Personal- und Mitarbeiter/innenführung)