Wir verwenden auf unserer Website Cookies, um Ihnen bestmögliche Funktionalität zu bieten.
Mit der Benutzung der wba-Website stimmen Sie unserer Cookienutzung zu. Informationen zu den eingesetzten Cookies und zur Deaktivierung dieser entnehmen Sie der wba-Datenschutzerklärung.OK

Lernergebnisorientierung

Lernergebnisse treffen Aussagen darüber, was ein Individuum am Ende eines Lernprozesses weiß, kann oder in der Lage zu tun ist. Eine lernergebnisorientierte Beschreibung des Curriculums ist Voraussetzung für die Einordnung einer Qualifikation in den Nationalen Qualifikationsrahmen.

Lernergebnisse statt Lernziele

Mit dem Paradigmenwechsel von Lernzielen zu Lernergebnissen hat die Pädagogik ihren Blickwinkel geändert: Weg vom Fokus auf den Lehrenden (Welche Inhalte werden gelernt? Was will ich als Lehrender, dass die Lernenden am Ende können?) hin zur Lernendenzentrierung: Was wissen, verstehen bzw. können Lernende nach erfolgreichem Abschluss eines Lernprozesses?

Lernergebnisse können auf der Mikroebene (= Lehr-Lernebene) beschrieben werden. Diese Lernergebnisse im engeren Sinn geben konkret an, was Lernende am Ende eines Bildungsprozesses (z.B. Module, Kurse, Seminareinheiten) wissen und können.

Lernergebnisse können auch auf Mesoebene (= Programmebene) beschrieben werden. Hier haben sie einen höheren Allgemeinheitsgrad und beschreiben übergreifend auf Ebene einer Gesamtqualifikation, was Absolvent/innen wissen, verstehen und in der Lage zu tun sind. Sie sind besonders relevant für eine Einordnung in den NQR.

Lernergebnisse sind überprüf- und messbar, was wiederum Folgen für das Feststellungsverfahren (Prüfverfahren) hat. Eine Überprüfung der Lernergebnisse ist Voraussetzung für die Einordnung einer Qualifikation in den NQR.

Nicht der Weg, sondern das Ergebnis zählt

Lernergebnisorientierung bedeutet, dass es nicht so wichtig ist, auf welchem Weg bestimmte Kenntnisse erworben wurde, sondern dass sie vorliegen. Das ist auch für Anerkennungsverfahren von Interesse, denen es ja gerade darum geht, auch non-formal und informell erworbene Kompetenzen sichtbar zu machen und - im Falle von summativen Verfahren - zu verwertbaren Abschlüssen zu bündeln.

In Zeiten eines flexiblen Arbeitsmarkts, in denen ein häufiger Wechsel von Arbeitsplätzen zur Normalität wird und die Mobilität von Arbeitskräften weltweit zunimmt, kann dies von großer Wichtigkeit sein. Zwar verfügt Österreich über ein gut funktionierendes Berufsbildungssystem, aber der Erwerb einer (Berufs-)Ausbildung kann langwierig sein, wenn man ihn nicht im Rahmen einer geradlinigen Erstausbildung absolviert. Validierungsverfahren bieten diesen anderen Weg, indem sie anderweitig erworbene Erfahrungen, Berufspraxis und sonstige Ausbildungen anerkennen und nur mehr offene Bereiche nachgeholt werden müssen.

Ein lernergebnisorientiertes Anforderungsprofil sollte also für Validierungsverfahren Standard sein. Gerade hier geht es darum zu beschreiben, was eine Person kann, wenn sie das Verfahren abschließt.

Die wba verfügt seit 2013 über lernergebnisorientiert formulierte Qualifikationsprofile, in denen im Detail beschrieben wird, was ein Absolvent/eine Absolventin weiß, kann und in der Lage zu tun ist. Dabei hat sich die wba am konkreten beruflichen Handlungsfeld und den beruflichen Tätigkeiten von Erwachsenenbildner/innen orientiert und daraus Lernergebnisse abgeleitet. Diese werden entsprechend fachlichen und gesellschaftlichen Veränderungen laufend adaptiert.

Weiterführende Informationen:

Defining, writing and applying learning outcomes. A European handbook. Hg. von Cedefop (2017)

Reinhard Zürcher: Lernergebnisorientierung in der Erwachsenenbildung. Begriffe, Konzepte, Fragestellungen. Wien 2012

Peter Schlögl: Lernergebnisorientierung in der Erwachsenenbildung. Leitfaden zur lernergebnisorientierten Curriculumsentwicklung. Wien 2012

Folder Lernergebnisorientierung der NQR-Koordinierungsstelle

Artikel "Lernziele und Lernergebnisse" im wb-web.de

Tipps zur Lernergebnisorientierung von Giselheid Wagner

Die Zertifizierungswerkstatt war für mich eine tolle und bereichernde Zeit, in der ich viel über mich und meine Arbeit reflektiert habe und die Zeit hatte, mich über viele wichtige Aspekte in der Erwachsenenbildung auszutauschen. Die Leiterin, selbst Supervisorin und Coach, hat mich sehr beeindruckt. Das war für mich als Beraterin ein großer Gewinn.

Daniela Dupor

Bildungs- und Berufsberaterin, Projekt- und Workshopleiterin