Drittes Vernetzungstreffen in Zürich

Seit mehr als zwei Jahren verbindet den Schweizerischen Verband für Weiterbildung (SVEB), das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung (DIE) sowie das bifeb mit der Weiterbildungsakademie Österreich (wba) eine enge und lebendige Zusammenarbeit. Regelmäßige Austauschtreffen schaffen Raum für neue Ideen, gemeinsame Entwicklungen und den Blick über die Landesgrenzen hinaus. Bereits 2024 und 2025 kamen die Partnerorganisationen auf Einladung des SVEB in Zürich zusammen – von 13. bis 15. März 2026 fand dort nun bereits das dritte Treffen statt.

 

Drei Organisationen, ein gemeinsames Ziel

Alle drei Einrichtungen engagieren sich für die Qualifizierung von Erwachsenenbildner:innen. Dabei setzen sie auch auf Verfahren zur Validierung von Kompetenzen – also auf die Anerkennung von Wissen und Fähigkeiten, die nicht nur in formalen Ausbildungen, sondern auch durch Berufserfahrung und informelles Lernen erworben wurden.

Gruppenfoto der Teilnehmenden am 15. März 2026: 
v.li.n.re: Susanne Lattke (DIE), Bernhard Gräminger (SVEB), Christina Jacober (SVEB), Giselheid Wagner (bifeb), Karin Reisinger (bifeb), Karin Gugitscher (öibf), Anne Strauch (DIE), Helen Buchs (SVEB), Petra Steiner (bifeb), Brigitte Bosche (DIE), Marsilia Podlech (PH Weingarten), Christoph Negri (IAP, Prüfungsleiter für SVEB), Hans Peter Karrer (Moderation, SVEB); Fotocredit: SVEB

Austausch zu Prüfungsformaten, digitalen Bildungskonten, Grund- und Basisbildung und mehr

Ein zentrales Thema des Treffens 2026 war das Prüfungsformat „Fachgespräch“. Die Schweizer Kolleg:innen berichteten über aktuelle Neuerungen rund um den eidgenössischen Fachausweis sowie die Höhere Fachprüfung Ausbildungsleitung. Auch die wba stellte ihre Weiterentwicklungen beim Fachgespräch für das wba-Diplom vor. 

Große Aufmerksamkeit erhielt zudem die Basis- bzw. Grundbildung und die Frage, wie Ausbildner:innen in diesem Bereich noch besser professionalisiert werden können. Während die wba bereits über ein eigenes Anerkennungsverfahren für Basisbildner:innen verfügt, arbeitet die Schweiz derzeit an einem vergleichbaren Modell. Spannend war in diesem Zusammenhang der Beitrag der Pädagogischen Hochschule Weingarten: Vorgestellt wurde der europaweit einzigartige Masterstudiengang „Alphabetisierung und Grundbildung“ (M.A.), der neue Wege in der Professionalisierung eröffnet.

Ein Teil der Fachgruppe in der Züricher Altstadt; Fotocredit: P. Steiner, bifeb-wba

Themen wie Future Skills, Microcredentials und digitale Dokumentationssysteme für Bildungsbiografien standen ebenfalls auf der Agenda. Sowohl der SVEB mit dem Projekt „Digitaler Bildungspass“ als auch das DIE entwickeln hierzu Ansätze. Dabei geht es nicht nur um technische Lösungen, sondern auch um die Frage, wie Lernergebnisse transparent, nachvollziehbar und qualitätsgesichert dargestellt werden können.

Gemeinsame Initiativen

Dass der kontinuierliche Austausch Früchte trägt, zeigt sich inzwischen auch in ersten gemeinsamen Initiativen. Im Rahmen der Berufsbildungsforschungskonferenz in Innsbruck (1. bis 3. Juli 2026) wird ein Dialogforum zum Thema „Professionalität in der Erwachsenenbildung – Perspektiven aus dem DACH-Raum“ stattfinden. Darüber hinaus wurde gemeinsam ein Erasmus+-Projektantrag mit dem Titel „Transnational Microcredentials Framework for Adult Educators“ eingereicht.

Die Kooperation soll auch in Zukunft weiter gepflegt werden: Das nächste Treffen der Partnerorganisationen ist bereits für September 2027 in Zürich geplant. 

Die Institutionen und weiterführende Links:

Menschen mit Migrationsbezug bringen oft viele Kompetenzen und Qualifikationen mit. Diese können und müssen sichtbar gemacht werden, damit Inklusion gelingt. Die wba-Zertifizierung bietet eine Möglichkeit Kompetenzen sichtbar und nutzbar zu machen. Gleichzeitig gestalten Erwachsenenbildner:innen mit Migrationsbezug die Zukunft unserer Gesellschaft konstruktiv mit.

Mümtaz Karakurt

Geschäftsführer von migrare – Zentrum für MigrantInnen OÖ, wba-diplomierter Erwachsenenbildner